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Mietkaution Rückzahlung: Wann Vermieter Geld einbehalten dürfen

Mieten & Wohnen 9. Februar 2026
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Überweisung mit dem Titel "Mietkaution", Geldmünzen und ein Taschenrechner.

Stockwerk-Fotodesign / stock.adobe.com

Nach einem Umzug hoffen viele Mieter auf eine schnelle Rückzahlung der Mietkaution. Doch oft entstehen Streitigkeiten über den Zustand der Wohnung. Ein aktuelles Urteil zeigt, wann Vermieter tatsächlich Geld einbehalten dürfen und welche Pflichten Mieter beim Auszug beachten müssen. Die Entscheidung liefert wichtige Hinweise für beide Seiten.

Mietkaution Rückzahlung: Was gilt beim Auszug wirklich?

Die Frage nach der Mietkaution Rückzahlung sorgt immer wieder für Konflikte zwischen Mietern und Vermietern. So auch in einem Fall vor dem Amtsgericht Rheine. Eine Mieterin hatte von Oktober 2020 bis August 2023 eine Wohnung bewohnt und eine Kaution von 1.350 Euro hinterlegt. Kurz nach ihrem Auszug forderte sie den Vermieter zur Abrechnung und Rückzahlung auf – jedoch ohne Erfolg. Der Vermieter behauptete, die Wohnung sei in einem schlechten Zustand übergeben worden, und verrechnete zusätzlich eine Betriebskostennachzahlung.

Die Mieterin widersprach: Sie habe die Wohnung besenrein übergeben und sei nicht für Verunreinigungen in Räumen verantwortlich, die sie gar nicht genutzt habe. Außerdem handele es sich bei den bemängelten Punkten um übliche Abnutzung, für die sie nicht hafte. Typisch für viele Streitfälle stand Aussage gegen Aussage – bis das Gericht entschied.

Wann Vermieter die Kaution einbehalten dürfen

Das Amtsgericht gab der Mieterin nur teilweise recht. Nach der Beweisaufnahme stellte das Gericht fest, dass die Wohnung tatsächlich nicht ausreichend gereinigt worden war. Zwar müssen Mieter eine Wohnung grundsätzlich nur „besenrein“ übergeben. Das bedeutet grob sauber, frei von groben Verschmutzungen und ohne Müll.

Allerdings machte das Gericht deutlich: Wenn eine Wohnung über einen längeren Zeitraum nicht gründlich gereinigt wurde, kann eine intensivere Endreinigung erforderlich sein. Besonders wichtig sind Küche und Sanitärräume, die sich in einem hygienisch gebrauchsfähigen Zustand befinden müssen. Sichtbare Ablagerungen wie Staub, Spinnenweben oder Schmutz auf Schränken gehören entfernt. Auch stark verschmutzte Fenster müssen geputzt werden.

Da im vorliegenden Fall mehrere dieser Punkte nicht erfüllt waren, durfte der Vermieter Schadenersatz verlangen und die Betriebskostennachzahlung verrechnen. Damit war ein Teil der Mietkaution Rückzahlung berechtigt zurückzuhalten.

Warum dieses Urteil wichtig ist – und was Sie daraus lernen können

Das Urteil zeigt sehr deutlich: Eine ordnungsgemäße Wohnungsrückgabe ist entscheidend, wenn Sie Ihre Mietkaution vollständig zurückerhalten möchten. Besenrein heißt nicht „oberflächlich“, sondern umfasst auch schwer zugängliche Stellen, sofern sie offensichtlich verschmutzt sind.

AG Rheine, Urteil vom 12.6.2025, 10 C 78/24

Tipp
Aufhebungsvertrag statt Kündigung 
Als Vermieter kann zudem ein Mietaufhebungsvertrag deutlich vorteilhafter sein als eine Kündigung. Er ermöglicht eine einvernehmliche, schnelle Beendigung des Mietverhältnisses, reduziert Streitpotenzial und vermeidet formale Fehler, die eine Kündigung unwirksam machen können. Smartlaw führt Sie Schritt für Schritt durch alle relevanten Punkte und sorgt dafür, dass Ihre Interessen zuverlässig abgesichert werden. So sparen Sie Zeit, Geld und unnötige Konflikte.