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Tierhalterhaftung bei Hundestreit: Wer nach einer Hunde-Rangelei zahlen muss

Haustier 20. Juli 2026
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Zwei Hunde, die kämpfen

kathomenden / stock.adobe.com

Wer haftet, wenn mehrere Hunde in eine Rangelei geraten und dabei Menschen verletzt werden? Mit dieser Frage musste sich das Amtsgericht München beschäftigen. Das Gericht stellte klar, dass bereits die typische Tiergefahr eine Haftung auslösen kann.

Tierhalterhaftung: Hunde-Rangelei im Stadtpark endet vor Gericht

Eine Hundehalterin führte ihren Beauceron ohne Leine in einem Münchner Stadtpark aus. Dort traf sie auf eine weitere Hundehalterin, die zwei Rhodesian Ridgebacks bei sich hatte.

Aus bislang ungeklärten Gründen ließ die Halterin der beiden Ridgebacks die Leinen los. Kurz darauf gerieten die drei Hunde in eine Rangelei. Um ihren eigenen Hund zu schützen, griff die Beauceron-Halterin in das Geschehen ein. Dabei zog sie sich Verletzungen am Knie und am rechten kleinen Finger zu. Zudem musste sie eine bereits gebuchte Urlaubsreise absagen, wodurch Kosten von mehr als 2.100 Euro entstanden. Auch ihr Hund wurde verletzt und musste operiert werden.

Die verletzte Hundehalterin verlangte daraufhin Schadensersatz sowie Schmerzensgeld. Die Gegenseite hielt dagegen, dass der Beauceron unangeleint gewesen sei und die Verletzungen außerdem dadurch entstanden seien, dass die Halterin selbst in die Auseinandersetzung eingegriffen habe.

Warum die Halterin der beiden Hunde überwiegend haftet

Das Gericht sprach der verletzten Hundehalterin schließlich 1.467,84 Euro Schadensersatz und 1.500 Euro Schmerzensgeld zu. Grundlage der Entscheidung war die sogenannte Gefährdungshaftung nach § 833 BGB.

Unter Gefährdungshaftung versteht man eine Haftung, die bereits durch die von einem Tier ausgehende Gefahr entstehen kann. Es muss also nicht zwingend nachgewiesen werden, dass der Halter einen Fehler gemacht hat. Entscheidend ist vielmehr, dass sich eine typische Tiergefahr verwirklicht hat.

Nach Auffassung des Gerichts war genau dies der Fall. Die Richter stellten fest, dass die Halterin gleich zwei große Hunde gleichzeitig führte. Dadurch entstand eine erhöhte Gefahrenlage. Das Gericht sprach in diesem Zusammenhang von einer sogenannten „Rudeldynamik“. Die von zwei Hunden ausgehende Tiergefahr sei größer gewesen als die Gefahr, die von dem einzelnen Beauceron ausging.

Allerdings blieb auch das Verhalten der verletzten Hundehalterin nicht unberücksichtigt. Sie hatte selbst in die Rangelei eingegriffen und ihr Hund war ebenfalls an dem Vorfall beteiligt. Deshalb kürzte das Gericht ihre Ansprüche. Die Haftung wurde zu zwei Dritteln der Halterin der beiden Ridgebacks und zu einem Drittel der verletzten Hundehalterin zugerechnet.

Bemerkenswert ist dabei, dass es für die Entscheidung keine Rolle spielte, welcher Hund den Streit ursprünglich ausgelöst hatte. Ausschlaggebend war allein, dass sich die Tiergefahren beider Seiten gemeinsam verwirklicht hatten.

Fazit: Warum die Tierhalterhaftung für jeden Hundehalter wichtig ist

Die Entscheidung zeigt eindrucksvoll, wie weitreichend die Tierhalterhaftung in Deutschland sein kann. Wer einen Hund hält, trägt grundsätzlich auch das finanzielle Risiko für Schäden, die durch die typische Tiergefahr entstehen. Das gilt selbst dann, wenn ein konkretes Fehlverhalten nicht eindeutig nachgewiesen werden kann.

Für Hundehalter ist das Urteil besonders relevant, weil es deutlich macht, dass Gerichte stets die Umstände des Einzelfalls betrachten. Faktoren wie die Anzahl der geführten Hunde, die konkrete Gefahrenlage oder das Verhalten der Beteiligten können die Haftungsquote erheblich beeinflussen. Wer in eine Hunde-Rangelei gerät, sollte deshalb vorsichtig handeln und sich bewusst sein, dass auch das eigene Verhalten Auswirkungen auf spätere Ansprüche haben kann.

AG München, Urteil vom 20.11.2025, Az. 223 C 5188/25

Tipp
Wenn Sie mit Ihrem Hund in eine neue Mietwohnung ziehen möchten, darf Ihr geliebter Vierbeiner grundsätzlich häufig mit einziehen. Dennoch empfiehlt es sich, vorab die Zustimmung des Vermieters einzuholen und einen Antrag auf Genehmigung zur Tierhaltung zu stellen. So vermeiden Sie spätere Streitigkeiten und schaffen rechtliche Klarheit. Mit den rechtssicheren Dokumentenvorlagen von Smartlaw erstellen Sie passende Anträge und weitere wichtige Mietrechtsdokumente schnell, einfach und individuell. Die Schritt-für-Schritt-Führung, die verständlichen Erläuterungen und die laufende Ausrichtung an der aktuellen Rechtslage helfen Ihnen dabei, Ihre Rechte sicher wahrzunehmen und Konflikte von Anfang an zu vermeiden.