Vorsorgevollmachten sicher hinterlegen

Familie & Vorsorge 11. März 2015
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Die Notwendigkeit einer Vorsorgevollmacht ist für die meisten Menschen klar. Für den Fall der eigenen Entscheidungsunfähigkeit vorzusorgen, ist fraglos sinnvoll.

Es stellt sich jedoch oft die Frage, wo man diese wichtigen Dokumente aufbewahren soll, damit sie im Ernstfall auch gefunden werden können?

Sicher und komfortabel

Mittlerweile finden sich im Internet einige zuverlässige Anbieter, bei denen Vorsorgevollmachten schnell und sicher online verwahrt werden können. Auch die altehrwürdige Institution der Bundesnotarkammer bietet unter www.vorsorgeregister.de diesen Service an. Allerdings sollte man wissen, dass dieser nur für Vorsorgevollmachten benutzt werden kann – nicht für reine Patientenverfügungen. Jedoch kann dort ein Vermerk gemacht werden, dass auch eine Patientenverfügung existiert.

Die Eintragung im Vorsorgeregister ist sehr empfehlenswert, da etwa Vormundschaftsgerichte bei Unklarheiten bezüglich des Bevollmächtigten dort nachschauen, ob eine entsprechende Regelung getroffen wurde. Wenn der Bevollmächtigte nicht ausfindig gemacht werden kann, setzen Vormundschaftsgerichte einen gesetzlichen Betreuer ein. Eine Online-Eintragung im zentralen Vorsorgeregister macht also zusätzliche Registrierungen bei anderen Anbietern dementsprechend unnötig – umgekehrt gilt dies nicht.

Schnelle Verfügbarkeit entscheidend

Selbstverständlich kann man Vorsorgevollmachten nach wie vor auch klassisch verwahren. Das Dokument sollte dann an einem sicheren Ort wie etwa einem Safe aufbewahrt werden. Hierbei ist es von entscheidender Bedeutung, dass mehrere vertrauenswürdige Personen den Aufbewahrungsort kennen und diesen im Ernstfall schnell erreichen können, um dem Bevollmächtigten die Vorsorgevollmacht zu geben. Denn damit er als Bevollmächtigter handeln kann, sollte er die Vollmacht vorlegen können. Ebenso wichtig ist es, sicherzustellen, dass alle vertrauenswürdigen Personen zügig Kontakt zu dem oder der Bevollmächtigten aufnehmen.

Zusätzlicher Hinweis im Portemonnaie

Man sollte es vermeiden, die Vollmacht beim Bevollmächtigten zu hinterlegen. Hier geht man gleich mehrere Risiken ein: Die Person könnte zum Beispiel zum fraglichen Zeitpunkt nicht erreichbar sein oder das persönliche Verhältnis hat sich im Laufe der Zeit so sehr verändert, dass er das Dokument unter Umständen nicht mehr herausgeben möchte.

Ob online oder offline: Sehr empfehlenswert ist ein schlichter Zettel im Portemonnaie, der den Aufbewahrungsort und Telefonnummern der zu kontaktierenden Personen enthält. Auf diese Weise stellt man die Verfügbarkeit der Vorsorgevollmacht sicher, auch wenn man selbst nicht ansprechbar ist.