Fahrverbot für streitsüchtigen Rentner

Auto & Verkehr 29. August 2017
Fahrverbot für streitsüchtigen Rentner
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Ein Autofahrer, der im Straßenverkehr wiederholt andere nötigt und beleidigt, muss neben einer hohen Geldstrafe auch damit rechnen, seinen Führerschein abzugeben.

Ein Rentner fuhr mit seinem Auto durch München. Da sein Fahrstreifen von einem weiteren Pkw zugeparkt war, wechselte er auf die Gegenfahrbahn, um daran vorbeizukommen. In Höhe des parkenden Fahrzeugs kam ihm ein Fahrradfahrer entgegen. Um diesen zum Ausweichen zu zwingen, fuhr er direkt auf ihn zu. Er drohte, ihn umzufahren und beleidigte ihn mit den Worten „Du altes A…!“.

Das kam den 72-jährigen Rentner teuer zu stehen. Das Amtsgericht verurteilte wegen Nötigung und Beleidigung ihn zu einer Geldstrafe in Höhe von € 1.600.-. Außerdem verhängte die Richterin ein einmonatiges Fahrverbot.

Auch wenn sie dem Rentner zu Gute hielt, dass sich die Situation vor Ort aufgeschaukelt hat und der Radler ihm gegenüber belehrend aufgetreten ist, befand sich der Autofahrer doch in einer deutlich überlegenen Position. Diese nutzte der Rentner aus. Erschwerend kam noch hinzu, dass er schon zweimal wegen Nötigung verurteilt worden war.

(AG München, Urteil vom 6.12.2016, Az. 942 Cs 412 Js 230288/15)