Minijob-Rechner 2017 für Arbeitgeber & Arbeitnehmer

Was kostet es, einen Minijobber einzustellen? Welche Abgaben muss ich als Minijobber zahlen?

Nutzen Sie unseren Minijob-Rechner für 450-Euro-Jobs im Unternehmen oder im Privathaushalt und erfahren Sie, welche Sozialversicherungsleistungen, Steuern und weitere Abgaben anfallen!

Was ist ein Minijob und wer ist Minijobber?

Minijobber sind Arbeitnehmer, welche in einem geringfügigen Beschäftigungsverhältnis tätig sind. Dieses Arbeitsverhältnis unterliegt besonderen sozialversicherungsrechtlichen und lohnsteuerrechtlichen Vorschriften. Es wird durch ein geringes Arbeitsentgelt (maximal 450 Euro) oder eine geringe Dauer des Beschäftigungsverhältnisses (maximal 2 Monate oder 50 Arbeitstage) bestimmt. Ist ein Arbeitnehmer in mehreren geringfügigen Beschäftigungen tätig, welche ein Gesamtentgelt von 450 Euro pro Monat (5400 Euro im Jahr) überschreiten, zählt er nicht zu den Minijobbern. Klassische Beispiele für Minijobber sind Reinigungskräfte, Babysitter oder Haushaltshilfen.

Minijob im Unternehmen

Unternehmen müssen für Minijobber deutlich vergünstigte Abgaben an den Staat entrichten. Oftmals zahlt sich das auch durch vergleichsweise höhere Nettolöhne für die Angestellten aus. Beide Seiten sollten dabei allerdings nicht vergessen, dass es sich auch beim Minijob um eine Tätigkeitsform handelt, die Arbeitgeber und Arbeitnehmer Pflichten auferlegt. Ohne einen rechtssicheren Arbeitsvertrag drohen beiden Seiten im Ernstfall unnötige Prozesse mit ungewissem Ausgang und nicht selten hohen Kosten.

Was muss ich als Arbeitgeber beachten?

Zumeist scheint der bürokratische Aufwand für eine ordnungsgemäße Anmeldung des Beschäftigten sehr hoch. Eine illegale Beschäftigung birgt jedoch sehr große Gefahren und kann teuer werden. Mit einem Minijob-Arbeitsvertrag können Sie das Arbeitsverhältnis mit Ihrem Arbeitnehmer schnell, einfach und kostengünstig regeln. Als Arbeitgeber müssen Sie weiterhin den sogenannten Haushaltscheck bei der Minijob-Zentrale machen. Das Formular dazu kann online ausgefüllt werden. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Was ein Minijob-Arbeitsvertrag leisten sollte

Auch geringfügig Beschäftigte haben ein Recht auf Urlaub. Arbeitsverträge für Minijobber müssen deshalb die genaue Anzahl der Urlaubstage enthalten. Darüber hinaus liegt es nahe, dass auch die Arbeitszeiten, das Arbeitsverhältnis und weitere elementare Bestandteile eines Arbeitsverhältnisses im Arbeitsvertrag fixiert werden. Die Arbeitszeiten und die Urlaubstage korrespondieren dabei miteinander. Wenn Arbeitnehmer beispielsweise weniger als fünf Tage in der Woche arbeiten, verringert sich dementsprechend auch die Zahl der Urlaubstage.

Der Arbeitgeber muss Beiträge abführen

Stellt ein Arbeitgeber einen Arbeitnehmer auf der Basis einer geringfügigen Beschäftigung ein, sind einige wesentliche Dinge zu beachten. So muss der neue Mitarbeiter zwar keine Lohnsteuerkarte vorlegen; der Arbeitgeber ist aber verpflichtet, Lohnsteuer wie auch Beiträge zur Sozialversicherung direkt an die Minijob-Zentrale abzuführen. Die Pauschalabgaben des Arbeitgebers belaufen sich auf insgesamt rund 30 Prozent.

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Minijobs im Privathaushalt

Minijobs in Privathaushalten sind eine Sonderform der geringfügigen Beschäftigung, da sie vom Staat besonders gefördert werden. So zahlt der Arbeitgeber geringere Pauschalbeiträge als bei gewerblichen Minijobs. Weiterhin hat der Gesetzgeber für Minijobs in Privathaushalten eine besondere Steuerermäßigung eingeführt. Mehr dazu erfahren Sie auf der Seite der Minijob-Zentrale.

Was muss ich als privater Arbeitgeber beachten?

Ihr Arbeitnehmer sollte keiner weiteren geringfügigen Beschäftigung bei einem anderen Arbeitgeber nachgehen, weder in einem Privathaushalt, noch in einem Unternehmen, sonst gelten unter Umständen andere Regelungen, abhängig vom Gesamtgehalt des Arbeitnehmers. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Mindestlohn für Minijobber – auch im Privathaushalt?

Seit der Einführung im Jahr 2015 gilt der gesetzliche Mindestlohn für fast alle in Deutschland tätigen Arbeitnehmer über 18 Jahren. Zum 1. Januar 2017 wurde der Mindestlohn um 0,34 EUR angehoben und beträgt nun 8,84 EUR pro Stunde. Grundsätzlich haben alle Arbeitnehmer einen Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn – unabhängig von der Arbeitszeit oder dem Umfang ihrer Tätigkeit. Der Mindestlohn gilt somit auch für Minijobber.

Versicherungspflicht bei Minijobbern

Ein Minijobber ist nicht verpflichtet, eine Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung zu zahlen. Die Krankenversicherung wird über die Familienversicherung aufrecht erhalten. Eine Unfallversicherung hingegen besteht. Auch die Rentenversicherung muss bezahlt werden. Wird ein Minijob neben einer versicherungspflichtigen Beschäftigung ausgeführt, so bleibt die geringfügige Beschäftigung versicherungsfrei. Eine Versicherungspflicht besteht ab zwei ausgeführten Minijobs. Der Arbeitgeber hat dabei verschiedene Abgaben zu leisten. Darunter fallen 13 % gesetzliche Krankenversicherung und 15 % gesetzliche Rentenversicherung sowie 2 % Pauschalsteuer. Insgesamt belaufen sich die zusätzlichen Aufwendungen auf 30,99 %. Private Haushalte, die einen Minijobber beschäftigen, haben jeweils nur 5 % bis insgesamt 14,44 % Abgaben zu leisten.

Arbeitsrechtlich sind Minijobber nicht benachteiligt. Sie haben neben dem Kündigungsschutz im Krankheitsfall auch Anspruch auf Entgeltfortzahlung und Anspruch auf Feiertagsvergütung. Sowohl das Bundesurlaubsgesetz als auch das Mutterschutzgesetz finden ebenfalls Anwendung.

Ein Minijobber arbeitet nicht steuerfrei. Möglich ist der Abzug einer Pauschalsteuer von 2 % oder die Besteuerung nach individuellen Lohnsteuermerkmalen.

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