Erbschaftsteuer-Rechner 2017

Haben Sie geerbt und würden gerne wissen, wie hoch die Erbschaftsteuer ist, die Sie an den Staat abgeben müssen?

Mit dem Erbschaftsteuer-Rechner von Smartlaw können Sie sich einen ersten Überblick über die fällige Steuer verschaffen.

Was Sie über die Erbschaftsteuer wissen sollten

Wer von Todes wegen oder durch Zuwendungen unter Lebenden etwas erhält, ist grundsätzlich erbschaftsteuerpflichtig.

Zuwendungen von Todes wegen sind insbesondere die angefallene Erbschaft, die Zuwendung von Vermächtnissen und die Geltendmachung des Pflichtteils. Als Zuwendungen unter Lebenden kommen u.a. Schenkungen oder die Abfindung für einen Erb- oder Pflichtteilsverzicht in Betracht.

Bestimmte Zuwendungen sind allerdings steuerfrei. So bleiben beispielsweise Zuwendungen, die als angemessenes Entgelt für eine unentgeltliche Pflege- und Unterhaltsgewährung an den Erblasser oder Schenker anzusehen sind, bis zu einem Freibetrag von 20.000 Euro von der Steuer freigestellt. Auch die Zuwendung von Gelegenheitsgeschenken (z. B. Geburtstags- oder Hochzeitsgeschenke) sind nicht erbschaftsteuerpflichtig, soweit sie sowohl nach ihrem Anlass als auch nach ihrem Wert üblich sind.

Muss für das geerbte Familienwohnheim Erbschaftsteuer gezahlt werden?

Der Erwerb eines Familienwohnheims von Todes wegen ist steuerfrei. Unter einem Familienwohnheim ist ein Haus zu verstehen, das im Inland liegt und zu eigenen Wohnzwecken genutzt wird. Unter den gleichen Voraussetzungen kann es sich auch um eine Eigentumswohnung handeln. Zu eigenen Wohnzwecken dient das Objekt, wenn sich in ihm der Mittelpunkt des familiären Lebens befindet. Nicht begünstigt von dieser Regelung sind Ferien- und Zweitwohnungen.

Voraussetzung für den steuerfreien Erwerb ist, dass der Erblasser das Familienwohnheim bis zum Erbfall zu eigenen Zwecken genutzt hat oder er aus zwingenden Gründen an der Selbstnutzung gehindert war und die Wohnung vom Erwerber unverzüglich zur Selbstnutzung bestimmt ist. Die Steuerbefreiung fällt mit Wirkung für die Vergangenheit weg, wenn der Erwerber das Familienwohnheim innerhalb von zehn Jahren nach dem Erwerb nicht mehr zu Wohnzwecken selbst nutzt, es sei denn, er ist aus zwingenden Gründen an einer Selbstnutzung zu eigenen Wohnzwecken gehindert (z. B. bei Pflegebedürftigkeit).

Steuerlich begünstigt ist auch der Erwerb eines Familienwohnheims durch Kinder und Kinder vorverstorbener Kinder. Die Steuerbefreiung gilt nur, wenn die Wohnfläche 200 qm nicht übersteigt. Hierbei handelt es sich nicht um eine Freigrenze, das heißt, nur der die Grenze übersteigende Anteil wird besteuert. Der Erwerb ist nur begünstigt, wenn der Erwerber die Wohnung unverzüglich zu eigenen Wohnzwecken nutzt oder er aus zwingenden Gründen an der Selbstnutzung gehindert ist.

Welche Bedeutung haben die Steuerklassen für das Erbe?

Die Höhe der Erbschaftsteuer wird nicht nur von der Höhe des übergegangenen Vermögens, sondern auch von der Einordnung in eine Steuerklasse bestimmt. Die Einteilung in eine Steuerklasse richtet sich nach dem Verwandtschaftsverhältnis zwischen Erblasser bzw. dem Schenker und der begünstigten Person. Die Steuerklasse hat Bedeutung für den dem Beschenkten bzw. Erben zustehenden allgemeinen Freibetrag und dem Steuersatz.

  • Zur Steuerklasse I gehören u.a. der Ehegatte und der eingetragene Lebenspartner, eheliche und nichteheliche Kinder, Adoptivkinder und Stiefkinder (nicht Pflegekinder), die Enkel und Urenkel und die Eltern.
  • Zur Steuerklasse II zählen Eltern und Großeltern, wenn sie Empfänger einer Schenkung sind, Geschwister, Nichten und Neffen und der geschiedene Ehegatte und der Lebenspartner einer aufgehobenen Lebenspartnerschaft.
  • Zur Steuerklasse III gehören alle entfernteren Verwandten (Cousins, Cousinen, Großnichten, Großneffen) und beliebige Dritte (z. B. Freunde und Bekannte).

Wer sind meine gesetzlichen Erben?

Welche Steuerfreibeträge gibt es?

Bei der Ermittlung des steuerpflichtigen Erwerbs sind folgende allgemeinen Freibeträge zu berücksichtigen:

  • Ehegatte und eingetragener Lebenspartner: 500.000 Euro
  • Eheliche und nichteheliche Kinder, Adoptivkinder und Stiefkinder sowie Kinder von bereits verstorbenen Kindern: 400.000 Euro
  • Enkel, Urenkel usw.: 200.000 Euro
  • Eltern, Großeltern usw. bei Erwerben von Todes wegen: 100.000 Euro
  • Eltern, Großeltern usw. bei Schenkungen, Geschwister, Neffen und Nichten, Stiefeltern, Schwiegereltern und -kinder, geschiedener Ehegatte: 20.000 Euro
  • Übrige Personen der Steuerklasse III (z. B. Partner einer eheähnlichen Lebensgemeinschaft): 20.000 Euro
  • Diese Freibeträge können alle zehn Jahre bei Zu­wen­dungen von derselben Person erneut in Anspruch genommen werden.

Neben dem allgemeinen Freibetrag wird bei Erwerben von Todes wegen dem Ehegatten bzw. dem eingetragenen Lebenspartner und den Kindern bis zum 27. Lebensjahr ein besonderer Versorgungsfreibetrag gewährt. Für den Ehegatten und dem eingetragenen Lebenspartner beträgt der Versorgungsfreibetrag 256.000 Euro. Den Kindern stehen altersabhängige Freibeträge zu. Diese Versorgungsfreibeträge der Kinder werden anteilig gekürzt, soweit der Betroffene Versorgungsbezüge erhält, die nicht steuerpflichtig sind.

Wie wird die Steuer berechnet?

Die Erbschaftsteuer wird nach folgenden Prozentsätzen erhoben:

Wert des steuerpflichtigen
Erwerbs bis einschließlich
 Prozentsatz
in der Steuerklasse
  IIIIII
75.000 Euro 7%15%30%
300.000 Euro 11%20%30%
600.000 Euro 15%25%30%
6.000.000 Euro 19%30%30%
13.000.000 Euro 23%35%50%
26.000.000 Euro 27%40%50%
über 26.000.000 Euro 30%43%50%

 

Wird eine bestimmte Wertgrenze (z. B. 75.000 Euro) überschritten, so wird der ganze Erwerb nach dem hierfür maßgebenden Prozentsatz besteuert.

Beispiel: Der nichteheliche Lebenspartner des Erblassers erbt 100.000 Euro. Der allgemeine Freibetrag beträgt 20.000 Euro und der Steuersatz 30 Prozent. Es sind mithin 24.000 Euro Erbschaftsteuer (30 % auf 80.000 Euro) zu zahlen.

Welche Pflichten bestehen gegenüber dem Finanzamt?

Jeder der Erbschaftsteuer unterliegende Erwerb muss innerhalb einer Frist von drei Monaten, dem zuständigen Finanzamt schriftlich angezeigt werden. Eine Erbschaftsteuererklärung muss erst abgegeben werden, wenn der Steuerpflichtige vom Finanzamt dazu aufgefordert wird. Die Aufforderung erfolgt im Regelfall erst nach einer ersten überschlägigen Prüfung des Steuerfalls im Anschluss an die Anzeige.